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Lolita-Fashion in den 1970ern

Geschrieben am 18.03.2015 von Mari in Geschichte von Lolita

„1970? Ist das nicht etwas arg früh?“ wird sich vielleicht der ein- oder andere Fragen. Tatsächlich darf man hier nicht davon ausgehen, dass in den 1970ern Lolita schon so aussah und so getragen wurde, wie es heute wird. Aber die Idee zu dem Modestil kam ja auch nicht einfach von heute auf morgen sondern hat sich langsam entwickelt. Darum macht es auch Sinn, sich etwas die 1970er anzugucken, um zu sehen, wie sich Lolita überhaupt entwickeln konnte.

 

Wusstet ihr zum Beispiel schon, dass Angelic Pretty damals noch unter dem Namen „Pretty“ 1979 angefangen hat? Tatsächlich haben sie aber damals noch nicht so Lolitakleidung hergestellt, wie wir sie heute kennen. Autoren wie Takemoto Novala kommen aber auch zu dem Schluss, dass die Lolitamode definitiv ihre Wurzeln in den 1970ern hat. Aber warum?

 

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Yoko Ono bei MILK. (Quelle)

 

In den 70er Jahren öffnete MILK, heutzutage als Otome-Marke bekannt, ihren ersten Shop in Harajuku, in der Nähe der Omotesandō. Damals waren allerdings die Preise der Kleidung recht hoch und die Größen im gegenzug dazu sehr klein, weswegen sich die Mode hauptsächlich unter Künstlerinnen und Musikerinnen verbreitete. Vom Design her war MILK, nach Takemoto, früher dem recht ähnlich, wie es auch heutzutage noch aussieht. Minami Saori war ein sehr bekanntes Idol in den 70ern und trug auch in ihrem Privatleben sehr viel von der Marke. Ende der Siebziger ging MILK auch mit den Preisen nach unten, sodass sich auch normale Schülerinnen MILK-Kleidung leisten konnten.

 

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Seite aus der Cutie 04 von 1990 zum 20-jährigen Geburtstag von MILK. Rechts kann man noch Fotos von Modenschauen aus den 70ern sehen! (Quelle)

 

PINK HOUSE ist eine Marke, welche ebenfalls 1971 seine erste Filiale in Tōkyō eröffnete und in den 80ern aufgrund des Romantik- und „Olive“-Booms sehr beliebt wurde. „Olive“ war damals – und ist auch heute noch – eine Modezeitschrift für Mädchen und junge Frauen, welche ihren Namen von Olivia Oil aus Popeye hat – dazu aber mehr in den 80ern!

 

Auch in den 70ern, nämlich in 1974 wurde „Shirley Temple“ gegründet, was sich auf Kinderkleidung spezialisierte. „Emily Temple Cute“, ebenfalls heutzutage eine Otome-Marke, gehört zu „Shirley Temple“ und richtet sich eher an junge Frauen.

 

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Scan aus: So-En Eye aus 1979. (Quelle)

 

Jane Marple, eine unter Lolitas sehr bekannte Marke wurde in den 1975ern bereits gegründet.

 

Das spannende an den ganzen Gründungen? Ein Designer von Jane Marple arbeitete mal für MILK. Eine der Chefs von Shirley Temple war stark mit MILK involviert. Und alle Marken sind heutzutage noch bei den Lolitas bekannt und haben den Stil mitgeprägt. Und Jane Marple ist heute noch sehr beliebt und kann auch meistens bei Lolitaoutfits getragen werden.

 

Auch noch spannend: 1978 wurde LaForet Harajuku eröffnet. LaForet Harajuku hat heute noch eine ganze Etage nur für Lolitakleidung und eine Etage, in der sich viele der oben genannten Marken finden.

 

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Minami Saori in Milk-Kleidung, aus einer Ausgabe der Puchipuchi von 1973. Quelle: Tumblr