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Lolita Fashion – 2000 bis 2005

Geschrieben am 08.05.2015 von Mari in Geschichte von Lolita

Um die Jahrtausendwende herum wurde Lolita auch international bekannt. Am 29. Dezember 2001 wurde eine für die Zeit wichtigste internationale Community für Lolitas gegründet: egl.livejournal.com. Im selben Jahr erschien auch die erste Gothic & Lolita Bible und Angelic Pretty ging online.

 

Gerade zu Beginn dieser 5 Jahre war Lolita eher düster und schwarz weiß – das, was wir heute als Oldschool Gothic Lolita bezeichnen. Perücken wurden damals noch eher spärlich eingesetzt und wenn, dann in natürlichen Haarfarben. Sehr beliebt war aber der Hime Cut, ein Schnitt bei dem die Haare einen Pony haben, anschließend seitlich rechts und links noch einen Schritt und mit den restlichen Haaren gerade nach unten gehen.

 

Quelle: Gothic & Lolita Bible
Lolita mit Hime Cut – aus der 3. Gothic & Lolita Bible

 

Auch sehr typisch für die Zeit waren hohe Plateauschuhe und die typischen rechteckigen Headpieces. Auch die Sängerin MOON Kana brachte zu der Zeit viele ihrer Singles raus und war in jeder Gothic & Lolita Bible zu finden. Dass die Jingu Bashi, die berühmte „Cosplay-Brücke“ in Harajuku so bekannt wurde, ist auch auf die Anfangszeit von diesen 5 Jahren zurückzuführen. Hier fand man tatsächlich Samstags Visual Kei Cosplayer wie auch Lolitas dort. Neben MOON Kana war auch Aya von Psycho le Cemu eine Ikone und in vielen Zeitschriften zu finden.

 

Doch auch im deutschsprachigen Raum tut sich einiges: 2003 ging das erste deutsche Lolitaforum online, welches heute inaktiv ist und 2004 wurde der Gothic Lolita Zirkel auf animexx gegründet, welcher eine lange Zeit eine der wichtigsten Anlaufstelle für Lolitas im deutschsprachigen Raum war. Auch fand das erste Lolitatreffen im deutschsprachigen Raum in 2004 statt – das Leipziger Gothic Lolita Treffen. Und auch die erste Fotocommunity, Lolitasnaps, ging online.

 

Doch auch einer der berühmtesten Filme in der Lolitaszene hat hier seinen Ursprung: Kamikaze Girls beziehungsweise Shimotsuma Monogatari. Das Buch, welches eine etwas kuriose Freundschaft zwischen einer punkigeren Yankee und einer Lolita beschreibt, wurde 2002 von Takemoto Novala geschrieben, 2004 wurde es verfilmt und 2005 hatte der Film seine Deutschlandpremiere auf der Nippon Connection 2005.

 

Quelle: Nippon Connection Programmheft 2005
Seite aus dem Nippon Connection Programmheft von 2005

 

Auch sehr typisch für die Zeit war, dass einige Marken aus Japan noch gar nicht international lieferten. An Kleidungsstücke dranzukommen war besonders in der Anfangszeit hier sehr schwierig, weswegen viele auf selbstgenähte Kleidung zurückgriffen. 2003 erschienen auch gleich 2 Nähzeitschriften in Japan selbst, an die man dank japanischer Buchhandlungen schon eher drankam: die Handmade Gothic & Lolita und der erste Band der Gosu Rori, einer Schnittmusterzeitschriftenreihe, wurde veröffentlicht.

 

Neben der Gothic & Lolita Bible und den genannten Schnittmustermagazinen kamen zu dieser Zeit noch viele andere Zeitschriften heraus (Alice Doll Band 1 [2001, eingestellt], KERA Maniacs [2003, eingestellt], Rococo [2004, eingestellt], EscargotSkin [2004, eingestellt], FRiLL [2004, eingestellt], Maison [2004, eingestellt], Clara Bow [2005, eingestellt]) sodass im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren wirklich viel Bildmaterial und Informationen existieren.

 

Durch das viele Bildmaterial kann man, gerade auch wenn man sich die Werbung der Marken in diesem Zeitraum ansieht, die Veränderung des Trends von dem typischen Oldschool schwarz weiß Gothic zu Sweet Lolita sehen.

 

Hier sind Beispiele, die Werbung aus der 1, 5, 10 und 15 Gothic & Lolita Bible zeigen und somit einen zwar schnellen, aber schönen Schnitt der damaligen Trends zeigt:

 

ap-05
Angelic Pretty

 

baby-05
Baby the Stars Shine Bright

 

iw-05
Innocent World

 

meta-05
Metamorphose temps de fille

 

vm-05
Victorian Maiden

 

Zwar existierten Printkleider schon seit Beginn, tasächlich modern wurden sie aber erst ab 2005 herum – und werden damit dann im nächsten Teil in unserer Zeitreise thematisiert.