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Interview mit Mara von Medusa Couture

Geschrieben am 22.06.2015 von Mari in Interviews

Medusa Couture ist ein kleines Label aus der Schweiz und wer öfters auf Tea Partys unterweg ist, hat das Label bestimmt schon kennengelernt. Wir bei myHarajuku mögen Medusa Couture eigentlich aus ganz vielen verschiedenen Gründen: die Gothic Lolitas unter uns haben sich im Kollektiv in die Fledermaustasche und die bekannten Fledermausbonnets verliebt und die Prints, die sie mittlerweile macht sind wirklich richtig schön.

 

Fotograf: Pui-Yam Liu

 

1. Wann hast du mit Lolita angefangen und was hat dich daran fasziniert?
Das erste Lolita-Outfit trug ich im Sommer 2010, davor hatte ich die Mode schon ein paar Jahre lang aus der Ferne bewundert. Ich mochte schon immer die Ästhetik von historischen Kostümen aus dem 18. und 19. Jhd., und Lolita gibt mir die Möglichkeit, eine modernere Version davon tatsächlich im Alltag zu tragen. Ausserdem gefallen mir die hochwertigen Materialien und die unzähligen Details.

 

2. Was ist für dich bei einem Outfit besonders wichtig und worauf legst du speziell wert?
Ich suche mir gerne für jedes Outfit ein Thema raus, damit mir das Gesamtbild stimmig erscheint. Ich achte darauf, dass Schuhe, Haarschmuck und Accessoires passen und das Outfit ausbalancieren.

 

3. Du hast dein eigenes Label! Wie kam es dazu?
Ich habe schon immer gern genäht, und bekam auch positive Reaktionen auf selbergenähte Sachen. Ursprünglich wollte ich Modedesign studieren, habe mich aber dagegen entschieden und stattdessen ein Wirtschaftsstudium angefangen. Daneben hatte ich ein bisschen Zeit übrig, da dachte ich mir, ich versuche es einfach mal und schaue, ob ich nicht doch ein paar meiner Kreationen verkaufen kann. Ich habe einen Shop auf Etsy eröffnet und das ganze Projekt ist langsam gewachsen.

 

4. Gibt es einen bestimmten Stil, der dein Label ausmacht oder mischt du gerne verschiedene Stile durch?
Ich denke, dass meine Sachen eher schlicht gehalten sind, denn ich mag es persönlich, wenn ein Kleidungsstück vielseitig kombinierbar ist. Da mir selber viele verschiedene (Lolita-)Stile gefallen, wollte ich mich für das Label auch nicht zu sehr auf einen Stil festlegen und nähe daher Stücke, die ich selber auch tragen würde bzw selber trage.

 

Fotograf: Céline Stucki

5. Wo holst du dir deine Inspirationen her?
Ich werde sehr von Stoffen inspiriert, wenn ich einen Stoff sehe der mir gefällt, fange ich sofort an darüber nachzudenken, was ich daraus machen könnte. Ich schaue mir auch gern Kreationen von anderen Marken, Lolita-Outfits und Kostümfilme an, um mich inspirieren zu lassen.

 

6. Was ist dein bisher schönstes Erlebnis in Lolita? Und was dein kuriosestes?
Ich könnte mich nicht auf ein einziges Erlebnis festlegen, aber das schönste an Lolita sind all die wunderbaren Leute, die ich durch diese Mode kennenlernen durfte, und die Orte, an die ich dank Lolita schon gereist bin.

 

7. Gibt es etwas, bei dem du dir dachtest „das trag ich NIE!“ und jetzt trägst dus eigentlich doch ganz gern?
Als ich mit Lolita anfing, dachte ich, dass ich wohl nie Sweet tragen würde, was ich zwischenzeitlich aber doch sehr gern trage. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, ein Bonnet zu tragen, aber gerade mein Fledermausbonnet ist inzwischen eines meiner Lieblingsaccessoires.

 

8. Partner, Familie und Freunde – was halten sie von deinem Hobby?
Von Familie und Freunden kamen durchwegs positive Reaktionen, was mich natürlich sehr freut.

 

9. Das erste Outfit – wie sah es aus und was denkst du dir heute dabei?
Es war ein komplett selbstgenähtes Kuro-Lolita Outfit aus Bluse, Rock und Headbow, mit Kniesocken und Mary Janes. Da ich damals noch nicht so gut nähen konnte, lässt die Verarbeitung der Kleider zu wünschen übrig, aber ansonsten finde ich es heute für einen ersten Versuch gar nicht so schlecht – ich denke, die grundlegendsten Regeln habe ich zumindest eingehalten.

 

Fotograf: Céline Stucki

 

10. Welchen Tipp würdest du angehenden Lolitas mit auf den Weg geben?
Das wichtigste an Lolita ist für mich, dass man Spass daran hat! Ich habe recht viel online über die Mode recherchiert, um ein Gefühl dafür zu bekommen und die verschiedenen Begriffe und Regeln und alles zu lernen. Seid nicht zu schüchtern, Anschluss an eure Community zu suchen, gerade wenn ihr noch unsicher seid, in der Öffentlichkeit in Lolita herumzulaufen – ich finde, in der Gruppe ist es einfacher (und macht auch mehr Spass).

 

Und noch eine Zusatzfrage: Wo bekommt man Teile von Medusa Couture und wo solls in Zukunft mit der Marke hingehn?
Bis jetzt werden die Sachen über Etsy verkauft, aber man kann mich auch gern über Facebook oder per Email kontaktieren. Da ich zur Zeit noch studiere, wird es bis auf weiteres noch ein Teilzeitjob bleiben und ich werde mal sehen, wie es sich entwickelt. Wenn es gut läuft, würde ich schon gerne irgendwann das Label ausbauen und mehr Zeit und Geld investieren – Ideen hätte ich genug :]

 

 

Mara ist zur Zeit 23 Jahre alt und studiert Medienwissenschaften und Germanistik. Auf eine Lieblingsmarke kann sie sich nicht festlegen, ihr Lieblingskleid im Kleiderschrank ist aber der Erato JSK von Medusa Couture. Ihr absolutes Traumteil ist der Mille Rose Jumperskirt von Mary Magdalene. Neben ihrem Shop auf Etsy hat sie natürlich auch eine Facebook-Seite für Medusa Couture, wo man immer auf dem aktuellsten Stand gehalten wird. Unbedingt ein Gefällt mir dalassen!