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Interview mit FilleDePorcelaine

Geschrieben am 13.04.2015 von Mari in Interviews

Fotograf: Stephan Strange Photography

 

Fille de porcelaine ist in der Lolitaszene schon recht bekannt – sei es durch ihren eigenen Stil oder durch ihren Youtube-Channel, bei dem sie immer hilfreiche Tipps für eine tolle Coordination oder eine Frisur oder Makeup gibt. Aber auch aus ihrem Lolitaalltag erzählt sie in ihrem Channel sehr viel! Auch hatte sie vor einiger Zeit mal für das Label Bodyline gemodelt. Und sie hat sich die Zeit genommen und uns ein paar Fragen zu ihrem Lolita-Alltag beantwortet <3 Danke!   Fille de porcelaine ist zur Zeit 22 Jahre alt und studiert Mathematik und Philosophie auf L3. Ihre Lieblingsmarken sind Alice and the Pirates und Indielabels, ihr größter Schatz im Kleiderschrank ist zur Zeit Babys Sugary Flora in schwarz und ihre absoluten Traumkleider sind Alice and the Pirates Queens Coach One Piece in schwarz und St. Mephisto Cathédral - ebenfalls in schwarz.   1. Seit wann trägst du den Stil schon und was genau magst du daran?

 

Ich habe mich 2006 zum ersten Mal an Lolita versucht –naja zumindest glaubte ich das. Es war unglaublich schlecht mit Tüllröckchen aus einem Gothic-Laden, Zöpfchen und obendrein noch Springerstiefel. Ich habe mich selbst natürlich sehr wie eine Lolita gefühlt aber inzwischen kann ich darüber einfach nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Zwei Jahre später ist es ansehnlicher geworden, natürlich war es immer noch recht schlecht aber immerhin konnte man es dann ohne weiteres ganz als Lolita erkennen. (:

 

An Lolita gefällt mir besonders, dass es so vielseitig ist, so gut wie jede ach so verschiedene Stilrichtung, die man aus der „normalen“ Mode kennt, kann man in irgendeinem Lolita Stil wiederfinden, was mich irgendwie fasziniert. Wir sind alle so verschieden -man sehe sich die Sweet Lolitas und die Gothic Lolitas an- aber doch irgendwie alle gleich. Es gibt noch einige andere Punkte, wie dass man so viel Liebe und Zeit in Outfits stecken kann oder dass man sich einfach ganz anders fühlt, wenn man anstelle einer Jeans ein schönes Kleid trägt, aber ich glaube oben genannter Punkt ist der, der mich momentan am meisten begeistert.

 

Fille (1)

 

2. Trägst du Lolita nur auf Meetups oder lässt du auch einige Aspekte des Stils in deine Alltagskleidung einfließen?

 

Im Alltag bin ich eigentlich eher gemütlich gekleidet. Meine beste Freundin meinte neulich allerdings, man sehe immer mal die Lolita-Einflüsse in meinen Outfits, was mir selbst gar nicht so bewusst war. Generell ist es bei mir aber Stimmungsabhängig: Manchmal mag ich einfach nur was Bequemes Praktisches tragen und manchmal habe ich das Bedürfnis, doch in einen Rock zu schlüpfen und das wird dann alles hin und wieder ein bisschen sehr in Lolita-Richtung kombiniert. ;P

 

3. Was ist für dich bei einem Outfit besonders wichtig und worauf achtet du am meisten?

 

Dass alles stimmt. Ich glaube, das ist mir am wichtigsten: Ein Outfit muss von oben bis unten dem gewählten Thema entsprechen und sollte keine Brüche haben. Das liegt mir aber bei allen Outfits am Herzen, nicht nur bei Lolita.

 

Fotograf: Ben Peter

 

4. Du hast ja deinen eigenen, recht bekannten Youtube Channel. Wie bist du auf die Idee gekommen, Videos zu machen? Gerade auch deine Makeup und Frisurentutorials sind sehr bekannt – hast du das irgendwo gelernt oder es dir selbst beigebracht?

 

In den Sommerferien 2009 war mir unglaublich langweilig und da ich zum ersten Mal eine Webcam hatte, habe ich einfach gefilmt, während ich mir meine Haare gemacht habe. Das kam dann irgendwie sehr gut an und somit habe ich einfach weiter gemacht, weil ich da großen Spaß dran entwickelt habe. Gelernt habe ich es nirgendwo, ich probiere oft einfach mal so vor mich hin und wenn etwas ganz gut aussieht, filme ich es ab. (:

 

5. Gibt es etwas, bei dem du immer dachtest – das trag ich nie. Und jetzt trägst dus doch hin und wieder?

 

Auf jeden Fall gibt es das: Punk Lolita! Ich hatte davor früher so Angst, weil ich immer gelesen habe, dass man so viel falsch machen kann und dass es sehr schnell einfach schlecht aussieht. Vor ein paar Jahren habe ich mich dann aber dran versucht und inzwischen ist es neben Gothic und Steampunk einer meiner liebsten Stile.

 

6. Selbstgenähtes, Offbrand oder Marken – wie sieht für dich der perfekte Kleiderschrank einer Lolita aus?

 

Eine Mischung aus allem, würde ich sagen. Eine gute Lolita ist man meiner Meinung nach erst dann, wenn man Sachen, die nicht zwangsläufig von einer Lolita-Marke sind so kombinieren kann, dass es keinem auffällt und sich stimmig in ein Lolita Outfit einfügt. (:

 

Fotograf: Christian Anders

 

7. Deine Outfits sind immer echt kreativ! Lässt du dich hier von etwas besonderem inspirieren oder woher kommen die Ideen?

 

Dankeschön! Das ist ganz unterschiedlich, manchmal sitze ich z.B. einfach auf der Couch, springe auf und tüftle vor mich hin, weil mir etwas was in meinem Kopf gekommen ist. Manchmal werfe ich wild einfach irgendwelche Kleidungsstücke zusammen, entdecke, dass das sehr gut zusammen wirkt und kreiere mir da noch etwas herum. Und manchmal sehe ich aber auch einfach sehr schöne Sachen -wie auf dem WGT- und habe da dann einfach den Drang, meine ganz eigene Interpretation davon zu schaffen.

 

Fotograf: Roman Jott

 

8. Was war bisher dein schönstes Erlebnis in Lolita? Und was dein kuriosestes?

 

Das schönste Erlebnis in Lolita war, als ich vor 6 Jahren in Tokyo war mit meiner Lieben Mam, meiner Schwester und ihrem Freund. Es war unvergesslich und kaum zu beschreiben. Natürlich ist es eines der Lolita-Reisezielen schlechthin aber es hat mir vor allem deswegen gefallen, weil es eine ganz andere Welt war und die Mentalität einfach wunderbar anders ist.
Das Kurioseste, an das ich mich gerade erinnern kann ist, als wir 2011 am Römer ein Candy Day Gruppenfoto gemacht haben, ein Mann sich angeschlichen hat und von Nahem heimlich unsere Schuhe fotografiert hat.

 

Fotograf: Christian Anders

 

9. Was denken eigentlich dein Partner und deine Familie von dem Hobby?

 

Meine Freundin findet es größtenteils super, schlüpft heimlich auch mal in ein zwei Sachen rein, überzeugt mich manchmal auch zu Kleidern oder gibt mir eins auf den Deckel, weil ich ihr Lieblingskleid verkauft habe. Meine Familie findet es ebenfalls toll, vor allem meine Großmutter, aber so viel bekommen sie davon auch nicht mehr mit. (:

 

10. Welchen Tipp würdest du angehenden Lolitas mit auf den Weg geben?

 

Am Anfang würde ich mich auf jeden Fall an den „Lolita-Regeln“ orientieren, wenn man diese erst einmal verinnerlicht hat, geben sie einem ein sicheres Gefühl für seine künftigen Coords. Und: Macht euch keine Gedanken, was die anderen denken, ob ihr zu dick ist oder zu dünn seid, zu alt oder zu jung. Jeder ist auf seine Art und Weise schön und wenn euch Lolita gefällt: Macht es einfach, es ist wundervoll. (:

 

11. Du hast ja mal für Bodyline gemodelt. Wie war das und was hast du davon für dich gelernt?

 

Es war mal ganz spannend, das Team war sehr lieb, vor allem die Visa war unglaublich niedlich. Jedoch haben alle nur sehr brüchiges Englisch gesprochen und ich ebenfalls nur sehr brüchiges Japanisch, von daher war die Kommunikation ziemlich kompliziert. Wir haben an einem Tag 10 Stunden geshootet mit einer kleinen Pizza-Pause, es war anstrengend aber eigentlich ganz locker. Zwar hatte ich dadurch die Möglichkeit, nach Japan zu kommen, was ich mir eigentlich nie erträumt hatte, aber würde ich es heute nicht mehr ganz so machen. Die Gage war viel zu gering und ein Vertrag fehlte. Aber ich war zu der Zeit noch sehr jung und gereicht hat es mir da eigentlich auch. (:

 

Fotograf: Knochensaege Photodesign

 

FilleDePorcelains Youtube-Channel findet ihr hier. Ihr könnt ihr aber auch hier auf Facebook folgen!