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Anfängerfehler – und wie man sie vermeidet!

Geschrieben am 18.06.2015 von Mari in Fashion Lifestyle

oder auch: wie vermeide ich, dass meine ersten Outfits „Ita“ sind.

 

Ita? Ita ist eigentlich ein Begriff, den man vielleicht schonmal gehört hat. Das Wort kommt aus dem japanischen und heißt übersetzt so viel wie „Autsch!“ und beschreibt jemanden, der vielleicht Lolita tragen wollte, dabei aber eigentlich gar nicht wirklich Lolita trägt oder dessen Outfit einfach aus Qualitätsgründen nicht gut ist. Manchmal wird der Begriff auch etwas selbstkritisch benutzt – viele Lolitas, die schon längere Jahre dabei sind, bezeichnen ihre ersten Outfits mittlerweile auch selbst als „Ita“. Damit man diese Fehler gleich vermeidet haben wir hier ein paar Punkte aufgelistet, die man unbedingt beachten sollte:

 

visible

 

1. Rüschenmonster und schlechte Spitze

 

Ja, Lolitakleider haben gerne mal viele Rüschen und Spitzen. Trotzdem sollte man sich vor den Rüschenmonstern in Acht nehmen. Das sind meistens recht preiswerte und häufig schwarze Kleider, die mit weißer Billigspitze überschüttet wurden. Gerade bei der Spitze müsst ihr auch höllisch aufpassen, dass ihr keine minderwertigen Sachen kauft. Billigspitze hat eine eher kratzige, härtere Textur. Baumwollspitze, also recht gute Spitze, ist in der Regel eher weich und sieht – im Vergleich zur Billigspitze – auch nicht nach Plastik aus. Die Schwierigkeit bei der Billigspitze ist meist, dass das Outfit selbst dadurch recht schnell billig oder eher nach einem Kostüm wirken als nach tatsächlicher Kleidung.

 

Wenn man auf einer Convention ein Lolitakleid sieht hat man meist den Vorteil, dass man es nicht nur anschauen kann sondern auch gerade die Spitze anfühlen kann. Fühlt sie sich weich an oder ist sie eher kratzig? Nutzt diesen Vorteil unbedingt! Wenn ihr etwas nur online bestellen könnt, lohnt es sich auch, nach der Marke oder nach dem Namen des Kleides zu googlen. Meist finden sich schon Reviews im Internet – wobei auch diese immer mit etwas Vorsicht zu genießen sind. Wenn man sich ganz unsicher ist, kann man auch immer in Lolitacommunitys nachfragen und sich die Meinung von anderen Lolitas einholen. Das kommt auch öfters mal vor und ist recht normal und lieber hat man einmal zu viel nachgefragt als Geld für etwas ausgegeben, was qualitativ nicht wirklich gut ist.

 

spitze

 

Ein Beispiel – einmal oben mit Billigspitze (tatsächlich ist das sogar ein Geschenkband um Geschenke einzupacken) und unten Baumwollspitze.

 

2. Classic-Punk-Cyber-Wa-Lolita!

 

Mixt am Anfang nicht wie wild durcheinander. Während man sich im Kopf sicher schon sein Outfit zusammenstellt und man ganz viele Stile gleichzeitig mag ist es zu Beginn sinnvoller, sich einfach nur auf einen der drei Hauptstile, also Gothic, Classic oder Sweet zu beschränken. Gerade Stile wie Punk, Wa und Qi oder Steampunk Lolita sind für den Anfang recht schwer und sollten besser für später aufgehoben werden, wenn man schon ein paar Lolitaoutfits zusammengestellt hat und sich etwas sicher in dem Stil ist, auch wenn es sehr verlockend ist, am Anfang etwas verrücktes auszuprobieren.

 

Herummixen klappt super, wenn man die Basics wie blind beherrscht – aber das braucht tatsächlich Übung. Dafür wirds umso lustiger, sobald man die Basics beherrscht! <3  

3. Legwarmer, Armwarmer, Katzenohren, Glöckchen, …

 

Gerade in Auktionshäusern findet man öfters die oben angesprochenen Rüschenmonstern, gerne auch in Kombination mit Legwarmern – also Stulpen für die Beine. Warum diese zwei Sachen gerne in Kombination angeboten werden wird wohl immer ein Rätsel bleiben, Tatsache ist allerdings dass Legwarmer nicht zu einem Lolitaoutfit gehören und in der Regel auch nicht zu einem Lolitaoutfit getragen werden. Statt Legwarmers kann man einfach ganz normale Strümpfe, Kniestrümpfe oder Overknees tragen.

 

Dasselbe gilt auch für Armwarmer, die man vielleicht noch aus seiner Gothic/Punk/Visual Kei-Zeit bei sich zu Hause liegen hat. Statt Armwarmers kann man Wristcuffs oder zum Beispiel Spitzenhandschuhe passend zum Outfit tragen. Gerade Wristcuffs eignen sich auch gut wenn man eine recht normale, langärmlige Bluse hat und diese bei den Ärmeln etwas aufrüschen will und sie sind recht einfach zum selbermachen. Auf Youtube findet ihr auch viele Anleitungen für Wristcuffs und man braucht dafür tatsächlich nicht viel. Hier auf Youtube findet ihr z.b. ein nettes und leicht verständliches Tutorial.

 

Katzenohren beziehungsweise Ohren generell sind ein lange diskutiertes Thema in der Lolitaszene. Hin und wieder bringen zwar sogar Marken Katzenohren auf den Markt, der generelle Konsens ist allerdings, dass Katzenohren (oder auch Hasenohren) lieber zu vermeiden sind. Euer Outfit wirkt dadurch sofort eher wie ein Kostüm und seien wir ehrlich – wieviele Leute tragen im Alltag schon Katzenohren?

 

4. Styling nicht vergessen!

 

Wichtig ist auch immer, dass ihr euch nicht nur ein Outfit zusammenstellt und euch dann denkt, dass das dann alles wäre. Überlegt euch, welches Make up gut dazupasst und schminkt euch dementsprechend. Circle Lenses und riesige Wimpern sind kein Muss, wichtig ist aber, dass es einfach stimmig ist. Ein starkes Gothic Make up zu einem Sweet Lolita Outfit ist z.b. eher unpassend.

 

Überlegt euch auch was für eure Haare. Hier könnt ihr entweder mit euren eigenen Haaren arbeiten oder einfach eine Perücke nehmen. Tatsächlich tragen viele Lolitas Perücke, es ist aber kein Muss. Praktisch ist es allerdings schon – so hat man hier meistens ruckzuck perfekt sitzende Haare und verbraucht nicht zu viel Zeit für das Haarstyling. Trotzdem sollte man auch Perücken regelmäßig durchkämmen, waschen und pflegen!

 

Und auch einmal an die Accessoires denken. Zu Lolita passende Ketten und Ringe findet man auch so in jedem normalen Schmuckladen, es lohnt sich also die Augen offen zu halten!

 

5. die Basics nicht vergessen!

 

Ist mein Rock lang genug? Weit genug? Hab ich einen Petticoat? Das mag zwar vielleicht recht trivial klingen, aber der Petticoat ist doch das, was man als Anfänger gerne noch ignoriert und wo man sich später an den Kopf greift und sich fragt, wieso man genau das Teil, was essentiell für den Look ist, weglassen konnte. Der Rock selbst sollte auch knielang sein und der typischen Lolita Silhouette entsprechen.

 

Wenn ihr diese Tipps berücksichtigt, stehen die Chancen hoch, dass ihr euch irgendwann in ferner Zukunft nicht an den Kopf greifen werdet, wenn ihr an eure ersten Outfits zurückdenkt, sondern sagen könnt „ja, meins war eigentlich gar nicht so schlecht – fürs erste Mal!“. Und solltet ihr schon euer erstes Outfit hinter euch haben und einige der Punkte hier darin wiederfinden, dann tröstet euch: so geht es wirklich vielen anderen Lolitas auch und es ist nicht unüblich, die Fotos seines ersten Outfits irgendwann in den unendlichen Tiefen der eigenen Festplatte verschwinden zu lassen.